Slowenien – Camping, Longboard und Sommeridylle in malerischen Städten am Meer

Die große Flut von glitzerndem Licht in der Meer und Himmel sich schimmernd vereinigen, warme Luft, die den Körper sanft umspielt, nächtlich klare Sternenhimmel und warme Mondnächte in denen Liebe, Leidenschaft und Kunst sich begegnen…
Diese Bilder und Sehnsüchte machten sich aktuell bei mir zwischen kurzen Sommertagen mit flutartig endenden Regengüssen und stürmischenTiefdruckgebieten breit und meine Urlaubszeit ging bald zu Ende. Nein – so wollte ich das ganz und gar nicht. Doch wo jetzt hin? Ein Familientreffen in den Tauern (Österreich) stand bevor. (auch leider mit Wetteraussichten auf viel Regen). Mit einem Blick auf die Karte der umliegenden Regionen und Wetteraussichten, erschien mir die Küste von Slowenien optimal. Kleine Städte im venezianischen Stiel versprachen auf heimischen Tourismusseiten einen romantischen Flair.
Zwischen „mehr als vielen Bergen“ bewegte ich mich mit meiner Familie und meinem Auto über den Felbertauerntunnel nach Lienz weiter über die karnischen Alpen, vorbei an Udine und Triest nach Lucija – Portoroz – an die slowenische Rivera. Die Strecke ist zwar relativ staufrei – jedoch ist das Pass Rauf- und runderfahren wirklich aufregend, insbesondere wenn entgegenkommende Fahrzeuge
rechts und links verwechseln und mit dem Einstellen ihres Navis beschäftigt sind, gewisse Steigungen von einem fahrenden Fahrzeug vor dir im 3. oder 4. Gang bewältigt werden wollen und es dann kurz vor einer 180° Kurve hängenbleibt oder spielende Kinder in einsamen Bergortschaften ihren Ball auf die Straße katapultieren. Dies alle hat mir aber noch nicht die Laune verdorben und mich nicht von der Erfüllung meines Sommertraums abgehalten.

Camping in Slowenien

Etwas launischer wurde ich dann doch auf der Suche nach dem im Voraus auserkorenen Zeltplatz. Dieser war selbst mit zwei Navis nich auffindbar- eine Vorortbeschilderung schien anscheinend nicht notwendig- nebenbei fand sich auch ein kleiner aber wesentlicher Fehler in der Adresse, wie sich später herausstellte. Falls jemand doch Lust haben sollte mehr im Grünen zu zelten (man kann hier auch Zelte und Blockhütten mieten. Ebenso kann man Fahrräder leihen – echt schön) dann schaut mal rein bei Event- Place Kaki . Aber das Schicksal ( in dem Fall zwei einheimische Obstbauern, die mich zwar sprachlich nicht verstanden aber doch wussten, was ich brauchte) wollte es wohl anders. So landete ich an einem Zeltplatz direkt am Meer in Portoroz-Lucija (Campin Lucija) und es war, was soll ich sagen, für und alle ideal. Der große Trubel war auf der anderen Seite der Meeresbucht. Wir hatten einen eigenen Strand und eine kleine Bar mit echt leckeren Burgern.
Ein morgendlicher Joggingpfad führte über den Campingplatz auch zu einigen Fitnessgeräten auf einer großen Wiese oder zu schönen Plätzen mit einer wunderbaren Sicht auf Fischer, Segler oder einfach nur das glatt gebügelte ruhige Meer am Morgen ( und seine Bewohner). Die Wege auf dem Campingplatz aber auch durch Portoroz lassen aber auch unvermeidlich den Wunsch aufkommen mit einem Longboard oder Roller entlangzufahren, was ,wie wir feststellten, sehr viele tun. Dort einen zu bekommen, stellte sich eher als schwierig heraus – deshalb lieber vorher besorgen. Persönliche Empfehlung von meinen Söhnen ist ein Jucker Hawaiiboard. Der Abend zeigte sich mit Sonnenuntergängen direkt über dem Wasser in wundervollen Farbtönen.
In diesem Fall musste ich mir mal wieder eingestehen, dass man nicht alles im Voraus planen und seiner Intuition zu vertrauen, sinnvoll sein kann.

Portoroz

Durch die Suche nach dem Campingplatz, konnte ich entdecken, dass Portoroz neben seinem turbulenten Stadtkern, der insbesondere von dem intensiven Nachtleben mit Beachpartys an den Strandpromenaden aber auch Operngesängen, Salsa-Bars und Casino- Live lebt, auch schöne Häuser an den Berghängen, kleine etwas versteckte Lokale und wunderbare Aussichtspunkte, die den Blick über die Weiten des abendlich goldgelb gefärbten Meeres schweifen lassen, besitzt. Von oben sieht man auch die Salinienfelder von Secovlje.
An der Strandpromenade wurde neben dem am Meer angrenzenden betonierten Weg eine große Fläche mit Sand aufgeschüttet.
Inmitten von Portoroz befindet sich das Palace Hotel, welches 1910 eröffnet wurde und die Entwicklung des Tourismus in der Stadt stark beeinflusst hat. Es wurde 1983 zumKulturdenkmal erklärt und 2008 nach umfangreichen Sanierungen als eines der prestigeträchtigsten Hotels Sloweniens wieder eröffnet. Hier wird heute noch der vorbeiführende Strandpromenadenweg als die österreich-ungarische Rivera bezeichnet,
zählte Slowenien doch von 1797 – 1918 mit zum drittgrößten Reich Europas unter ungarisch-österreichischer Herrschaft. Dieser führt auch an einem langgestreckten weißen Gebäude vorbei, in dem sich das frühere Salzlager Magazen Grando befindet. Hierhin haben in der ersten Hälfte des 19. Jh. die Salinenarbeiter nach der Saison des Salzabbaus die Jahresernte aus ihren eigenen Hauslagern gebracht. Heute dient es als Ausstellungsraum. Am Ende des Weges befindet man sich am Kup Bernandin, wo sich das ehemalige Kloster des hl. Bernandin befand und wo sich nun in der Ferne schon Piran erspähen lässt.

Piran

Piran ist die mediterrane Perle Sloweniens. Es besitzt viele mittelalterliche Gässchen, die Anklang finden an die Gassen und Kirchen von Venedig, nur ohne Wasserkanäle. Alte Steinmauern, denen man ihr geschichtsträchtiges Alter ansieht, aus den Fenstern in der Höhe flatternde Wäsche auf der Leine, kleine Hinterhöfe mit Blumenstöcken und – kästchen sowie Katzen auf den Fenstersimsen.
So entdeckte ich für mich sehr oft das Bild einer alten kleinen Stadt mit italienischem oder französischem Scharm.
Die Venezianer schlossen im 10. Jh. mit Piran einen Handelsvertrag. Der Handel mit Salz war sehr ertragreich. Piran unterstützte Venedig in seinen Kriegen und bekam am Ende zum Dank seine Selbständigkeit zurück. Doch die Venezianer hinterließen durchaus ihre Spuren in der Stadt.

Tartini Platz

Benannt nach dem berühmten Violinisten Guiseppe Tartini, dessen Geburtsort Piran ist, stellt dieser Platz das Herz der Stadt dar. Bis zu Beginn des 19. Jh. befand sich hier ein kleiner Fischereihafen, der von den Venezianern mit Sand zugeschüttet wurde, um eine große Marktfläche zu erschaffen, um die herum auch alle wichtigen Gemeindeinstitutionen erbaut wurden. Alle Häuser sind heute noch im venezianischen Stil.
Zwischen 1912 und 1953 gab es hier sogar mal eine Straßenbahn, die zwischen Piran, Portoroz und Lucija verkehrte. Der Platz war die Wendeschleife. Heute ist der Platz eine große Fläche aus glänzenden Steinen, die wieder mal geradezu verleitet mit seinem Longboard darüber zu gleiten, was zum Abend hin zunehmend geschieht, wie wir beobachten konnten. Die Lokale rund um den Platz sind schön gestaltet und man kann hier durchaus gute und preiswerte Küche genießen.
Das Venezianerhaus auf dem Tartinti Platz tägt die Innschrift „ Lassa pur dir“ – „Lass sie reden“. Eine Legende spricht von einer Liebe zwischen einem reichen venezianischen Händler und einer Piranerin. Das Paar hielt nichts von der Gerüchteküche der eifersüchtigen und neidischen Stadtbewohner.

Minoritenkloster des hl. Franziskus mit Kreuzgang

Es befindet sich nur ein paar Gassen weiter vom Tartini Platz (die Beschilderung ist gut zu finden). 1301 wurde das Kloster wahrscheinlich gegründet, als die Menoriten bereits mit dem Bau der Kirche begonnen hatten. Die Klosterbibliothek kann sich mit Büchern aus dem 15. Jh. rühmen. Es besitzt eine nicht unbedeutende Sammlung an Musikliteratur. Heute noch leben die Menoritenbrüder im Kloster und Kümmern sich um Verwaltung und Seelsorge. Der wunderbare Kreuzgang wird aufgrund seiner Akustik für musikalische Veranstaltungen wie das Tartintifestival genutzt.

Muschelmuseum

Meinen Sohn zog es ins Muschelmuseum und wir haben es nicht bereut, dass wir es besucht haben. Hier kann man wirklich in die magische Welt von Muscheln und Schnecken eintauchen. Es befindet sich nur ein paar Meter vom Tartiniplatz entfernt. Unglaublich, wie viele Exemplare aus aller Welt hier von dem Privatinitiator und jungen Biologen Jan Simic zusammengetragen wurden. Rund 4000 Schalen von Muscheln und Schnecken. Darunter sind seltene Exemplare, die nur von Häuptlingen entfernter Inselgruppen getragen werden durften. Dieser und anderen außergewöhnlichen Geschichten, kann jeder Besucher mit einem Ordner in seiner eigenen Sprache nachgehen. Von den kleinsten Gehäusen, die man unter einem Mikroskop vergrößern kann über Seesterne, Seeigel, Krebse bis zu einer 333kg schweren und großen Muschel, gibt es vieles zu bestaunen. Ich fand auch das Leben der einheimischen Steckmucheln sehr interessant, da ich diese schon an unserem Strand am Zeltplatz im Wasser entdeckt hatte. Aber schauen Sie selbst- der Eintritt ist es wert-.

Izola

Piran ist offiziell schon das Aushängeschild an der nur 40 km langen slowenischen Riviera. Ich finde jedoch, dass Izola dem Ort Piranin nichts nachsteht.

In den Gassen von Izola

Es ist vielleicht auch noch nicht ganz so touristisch überflutet wie Piran. Izola ist in seinem Kern ein altes mediterranes Städtchen mit schmalen Gässchen, wo die Freundlichkeit der Einheimischen wirklich spürbar wird.
Hier ist eine echte Tradition der Fischerei und des Weinbaus zu Hause. So kann man u.a. in der Manzioli Wine Bar ( neben der Kirche – in der Nähe des Hafens) wirklich guten Wein genießen oder auch einen Café zu jeder Tageszeit, abseits von der Tourismusstraße. Manchmal finden hier auch auf dem Platz vor der Bar Konzerte statt.
Kleine Geschäfte schlängeln sich entlang der Gässchen auch mit schönen künstlerischen Werken, welche eine sehr persönliche Note besitzen. Die Bilder vermitteln durch ihre farbige Lebendigkeit das Leben mit seinen magischen und auch „erdigen“ Momenten.
Die Kirche des Heiligen Maurus
Diese Kirche, welche auch im venezianischen Baustil gehalten ist, befindet sich auf dem höchsten Punkt der ursprünglichen Insel. Der Legende nach suchten hier einst die Einheimischen, als die Genuesen die Stadt angreifen wollten, Zuflucht und beteten zu Maurus. Dieser erhörte ihre Gebete und schickte eine weiße Taube zur Flotte der Angreifer, die in starken Nebel eingehüllt war. Die Seeleute wussten, dass man sich ganz in der Nähe von Land aufhielt. Die Taube jedoch führte die Feinde weit hinaus aufs offene Meer bevor sie zur Kirche zurückflog. In ihrem Schnabel trug sie einen Olivenzweig.

 

 

 

 

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