Bretagne – Märchenlandschaften, Menhire und Meer

Ich weiss nicht, ob es die Mythen sind , die sich dort um Artus, Morgan und die Menhire aus der Kelten- und Druidenzeit ranken, der zauberhafte Wald Huelgoat oder der sich ewig windende Pfad entlang des Meeres war oder alles miteinander, die meine Liebe für dieses Land vor einigen Jahren entstehen ließen. Ich war mir nur sicher, dass ich hier an einem Platz war, der mich fasziniert hatte mit all seinen Facetten.
Auf einer Klippe sitzend und den Meereswogen, die sich in der Tiefe brechen, zuhören und die Vögel am Himmel beobachten, die spontan in die Tiefe gleiten.  Ganz besonders diese Erinnerungen lösten die Sehnsucht in mir aus, dass ich wieder in dieses verzaubernde Land fahren müsse.

Ferienhaus in der Bretagne

Nachdem klar war, dass wir im Frühjahr dorthin fahren möchten, machte ich mich mit meinen alten Reiseführern und BestFewo.de Bretagne Ferienhaus finden für 4 * auf die Suche nach einer geeigneten Gegend, wo ich dieser Sehnsucht gerecht werden konnte.
Die letzten beiden Male war ich im Sommer dort gewesen, um einen Rundtripp mit dem Zelt zu machen. Aufgrund der noch eher kühlen Jahreszeit im April und dem kürzeren Aufenthalt mieteten meine Familie und ich ein kleines bretonisches Steinhäuschen mit Garten in Plouguil, nah bei Treguier in der Provinz Côtes-d´Armor

Treguier

Umrahmt von den Flüssen Jaudy und Guindy erstreckt sich Treguier vom Hafen bis zum Hügel hinauf über bezaubernde Gässchen und kleine Plätze. Von unserem Standort aus konnten wir dieses kleine, mit Fachwerkhäusern gesäumte Städtchen über eine Hängebrücke erklimmen.
Egal von welcher Seite man sich nähert – es gilt, erst einmal bergauf über schöne alte Pflastersteine zu laufen, möchte man das Zentrum Treguiers erreichen.  Evtl. etwas außer Atem, erreicht man dann den Marktplatz mit seiner mächtigen Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert, die innen durch ihre Einfachheit im gotischen Stil, den Tiergestalten im Chorgestühl und den bunten Fenstern strahlt. Sie gilt als eine der schönsten in der Bretagne.
Rundherum um den Marktplatz und den davon ausgehenden Gässchen, kann man kleine Geschäfte, Restaurants, Cafés und Bars in schon von der Zeit geprägtem, teilweise schrägem Fachwerk entdecken. Wir ließen uns sehr gern in der Bar Madame Mouss´Tache nieder. Dort gab es neben den ausgefallensten Biersorten die tollsten Kakaovariationen. In einem kleinen Nebenraum kann man auch die Biersorten (ich entdeckte auch bayerisches Bier), sehr guten Cidre (prickelnder Apfelwein) – das Landesgetränk und hier speziell aus der Region oder auch eine Prise Meeresluft im Glas kaufen (Wie geht denn das?). Ab und zu gibt es hier auch Live Musik.
Zwei Geschäften möchte ich noch meine Beachtung schenken; den kleinen Laden, wo jeden Morgen die frischen Meeresfrüchte, speziell Austern, oder der frisch gefangene Fisch angeboten werden. Man kann auch vor Ort Austern probieren. Der zweite Laden hat den für die Gegend typischen handgemachten Tarte de Caramel, der wohl, wie man im Laden sehen kann, schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Er befindet sich am Marktplatz, das Fischlädchen um die Ecke. Rundherum spürt man einfach, dass die Stadt mit ihren vielen Details eine sehr farbenfrohe künstlerische Ausstrahlung hat.

Plougrescant

Verlässt man Treguier Richtung Norden auf der D8, gelangt man auf eine kleinere Halbinsel, und ihren Mittelpunkt Plougrescant. Dort steht die sehr alte Kapelle Saint Gonéry mit dem schrägsten Kirchturm, den ich je gesehen habe. Unweit davon gibt es das Café Ar Vag, wo man nach einer ausgiebigen Wanderung die schöne Abendsonne bei einem Gläschen Cidre genießen kann.
Von dort aus kommt man auf sehr vielen schmalen Sträßchen zum Zöllnerpfad Grande Randonnée 34 (GR 34), der sich am Meer entlang durch verschiedenste Landschaften windet. Nach jeder Biegung hat man das Gefühl, wieder etwas vollkommen anderes entdecken zu können. Man kann z.B. auf Felsen oder Bäume klettern oder bei Ebbe Menhire, die aus dem Wasser ragen, sehen und im Sand allerhand Muscheln entdecken. Der Weg ist für Familien mit Kindern gut geeignet.
Grundsätzlich ist dieser Pfad fast 2000 km lang, beginnt bei Mont-Saint-Michel und führt fast immer direkt am Meer bis nach Brest. Er zählt damit zu den längsten Wanderwegen Frankreichs. Den Namen verdankt der eigentlich aus mehreren kleinen Pfaden bestehende Zöllnerpfad den Gabelous – jenen Zollbeamten des Ancien Regime“ (vor der französischen Revolution) unter Sonnenkönig Ludwig XIV. Vom 17. bis in das 20.Jahrhundert dienten die verschlungenen Küstenwege dem Schutz des französischen Binnenlandes, um den Schmugglern, Plünderern und Zollbetrügern in den versteckten Buchten das Handwerk zu legen. Der Pfad wurde bereits 1791 angelegt.
Auf der Suche nach dem Haus zwischen den 2 Felsen“ folgten wir von Plougrescant der Beschilderung Richtung Le Gouffre, Castel Meur, bis man zu einem Parkplatz kommt, von dem man dann geradeaus zu Fuß Richtung Maison entre les 2 Rochers“ geht. Wenn man sich umsieht, wirkt die ganze Umgebung wie aus einer utopischen Phantasielandschaft. Riesengroße Steine und daneben ein Garten mit einem Steinhäuschen. Beim Maison entre les 2 Rochers“ scheint das Häuschen direkt mit den Steinen zu verschmelzen.  Unweit davon steht man dann hoch über der zerklüfteten Küste , wo man dann kletterfreudig (nix für nicht Schwindelfreie) die Bucht Le Gouffre von allen Seiten betrachten und zuschauen kann, wie das dunkelblaue Meer sich an den Felsen reibt.
Rechts entlang des GR 34 (vom Parkplatz aus) gibt es noch ein kleines Wäldchen mit alten Förenbäumen. Der Platz hatte zwei verwitterte Steinsäulen am Anfang, die wie ein Tor wirken. Für mich war er mit einer besonders schönen Energie umgeben, so dass wir hier ein wenig verweilten.    Folgt man weiter in dieser Richtung dem Pfad, kann man die Ewig sich Liebenden“, eine von der Erosion zwischen Wasser und Steinen entstandene Figur entdecken, die ihren Blick über die unendlichen Weiten des Meeres ziehen lassen.

 

Ploumanac´h

Von Treguier kommend auf der D6 Richtung Perros Guirec – Ploumanac´h geht gleich rechts nach dem Aussichtspunkt vor der Ortseinfahrt eine Straße zu einem Zeltplatz und weiter unten zu einem öffentlichen Parkplatz. Von dort aus befindet man sich wieder auf dem GR 34 und läuft diesen immer folgend. Wie die Ewig sich Liebenden“ bei Plougrescant, so ist insbesondere an der Côte de Granit Rose bei Ploumanc´h durch die vereinten Kräfte des Windes und des Meeres ein wahres Märchenland aus steinernen Figuren entstanden. Diese Gegend beeindruckte wohl schon Victor Hugo, der dazu schrieb: Der Aufruhr der Wogen ist offensichtlich bis in den Granit vorgedrungen und hat die Klippen als Zeugen seiner zerstörenden Wut zurückgelassen. „
Diese Gesteinsbildungen sind über 300 Millionen Jahre alt. Es ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in dieser Gegend für Fremde wie Einheimische. Diese aber auch wir nutzten das schöne Wetter für ein auf den abgelutschten Steinplateaus oder einem Plätzchen weiter unten am Wasser wochenendliches Pick Nick. Dem Klettern über die großen Steinkolosse in rosa ist, außer dem eigenen Limit, keine Grenze gesetzt. Und ich kann nur bestätigen, es macht einen riesigen Spaß. Man kann bis Trébeurden diesen steinernen Kreaturen folgen.
In Trégastel gibt es ein Meeresaquarium, was in die Grotten des rosa Steins hineingebaut wurde. Aber auch der Strand dort, kann durch die Wetterschwankungen beeindruckende Bilder hinterlassen.

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